
Heilig zu leben, strebt an. So heisst die neue Jahresparole der MJF Schweiz. Heilig zu leben, haben wir uns für dieses Jahr zum Ziel gesetzt. Heiligkeit ist ein grosses Wort. Wir wollen versuchen, Heiligkeit im Alltag konkret zu leben. Das heisst, unser persönliches Handeln und Denken auf Gott auszurichten. Dies wird auch konkret im Umgang mit unseren Mitmenschen, in welchen wir Jesus begegnen (vgl. Mt 25,40). Schon bei der Gründung Schönstatts war das Ideal des Strebens nach Heiligkeit, das Bestreben eine Familie von Heiligen zu werden, in den Herzen der Gründergeneration lebendig. In diesem Jahr möchten wir dieses Ideal für uns heute neu entdecken und einander darin ermutigen.
Eigene Heiligkeit
Heilig zu leben ist die innere Einstellung, mit Gott in Beziehung zu leben.
Wir sind einzigartig von Gott geschaffen. Er hat einen originellen Liebesplan mit jeder Einzelnen von uns (Persönliches Ideal). Wir tragen die Sehnsucht in uns, diesen Liebesplan immer mehr zu entdecken und ihn versuchen zuversichtlich umzusetzen. Wir wollen achtsam gegenüber den Impulsen von Gott, die er uns täglich schenkt, nachgehen. Mit Freude und Mut wollen wir in der Liebe wachsen und da wo wir heute sind, bereits heilig leben.
Selbsterziehung
Das «strebt an» der Jahresparole erinnert und ermutigt uns, dass dieses Wachsen in der Liebe ein Weg ist. Es ist eine Haltung, die in den kleinen Entscheidungen des Alltags sichtbar wird. Durch Selbsterziehung wollen wir mithilfe der geistlichen Tagesordnung (GTO) an uns arbeiten, die Werktagsheiligkeit zu leben. Heiligkeit bedeutet nicht, ein perfektes Leben zu führen und hat auch nichts mit Leistung zu tun. Vielmehr bedeutet es, den Mut zu fassen, jeden Tag wieder neu zu beginnen. Dabei können wir uns im Austausch miteinander gegenseitig unterstützen und motivieren. Heilig werden ist kein Müssen und Sollen, sondern ein ICH WILL und dies durch meine kleinen, konkreten Schritte im Alltag.
Gebet und Gottvertrauen
Im Gespräch mit Gott wachsen wir auf dem Weg unserer Heiligkeit. Das persönliche und gemeinschaftliche Gebet hilft uns, in der Selbsterziehung weiterzukommen und gleichzeitig uns von der Muttergottes zur Heiligkeit erziehen zu lassen. Mit einem Morgengebet starten wir beispielsweise in den Tag, um neu unser Ja zu Gottes Plan zu geben und so im persönlichen Vertrauen zu ihm zu wachsen. Wir werden offener für Gottes Stimme im Alltag. Im Gebet dürfen wir ihm vertrauensvoll unsere Sorgen abgeben und mit ihm unsere Freuden teilen. Gott zu vertrauen heisst, zu glauben, dass er da ist und zur rechten Zeit auf seine gute Art wirken wird. Es braucht Geduld, wenn dies nicht unmittelbar unseren Vorstellungen entspricht. Durch das Vertrauen kann die Geduld wachsen. Mit dem Vertrauen werden wir empfänglich, unsere Pläne von Gottes Liebesplan durchkreuzen zu lassen. So kann der Heilige Geist aktiv durch uns in der Welt wirken. Ein Ausdruck dieses Vertrauens und vollständigen Abgebens ist auch die Blankovollmacht, wo man Gott den ganzen Lebensplan vertrauensvoll übergibt.
Nichts ohne dich, Maria, nichts ohne uns
Gleichzeitig vertrauen wir darauf, dass nicht alles von uns allein abhängt. Pater Kentenich betont, dass die Bindung und Hingabe an Maria unser bester Weg zur Werktagsheiligkeit sei. Mit Maria dürfen wir alles Gelungene und auch Nichtgelungene unseres Alltags ins Gnadenkapital zurückschenken und es von Gott wandeln lassen. Demütig und freudig glauben wir, dass unser Beitrag 1% ist, Gott und die Muttergottes noch 99% dazugeben. Dabei sind unsere 1% es wert, dafür alles zu geben, was wir im Moment können und haben (100%). Ganz nach dem Motto: Nichts ohne dich, nichts ohne uns. Aus dem gleichnamigen Lied (im MJF-Liederbuch, Nr. 522) stammt auch unsere Jahresparole: «Heilig zu leben, strebt an, dass euch der Geist leiten kann.»
„Nicht die Feiertage machen uns heilig, sondern der raue Alltag.“ – PJK

